Der 50. Pott up Füer


. . . am 08. August 2014 wurde würdig gefeiert und auch die örtliche Presse berichtete wieder ausführlich über dieses kleine Jubiläum. Inzwischen nehmen alle 14 Tage dienstags etwa 30 Seniorinnen und Senioren am unterhaltsamen Essen in gemütlicher Runde teil.


Gaumen und Seele werden verwöhnt                                     09. Juli 2014  

VON KARIN SPENGLER 

In Visquard treffen sich alle 14 Tage dienstags etwa 30 Frauen und Männer im Gemeindehaus – und das aus einem guten Grund: Sie netzwerken. Unter dem Motto „Pott up Füer“ gibt es dann reichlich zu essen. Ein ehrenamtliches Team der „Arche“ betreut dabei die Aktion.

Wenn sie noch im Berufsleben stünden, gäbe es einen festen Begriff für das, was etwa 30 Frauen und Männer alle 14 Tage dienstags im Gemeindehaus Visquard tun: netzwerken. Da sie aber alle schon aus dem Arbeitsleben ausgeschieden sind, heißt das Treffen anders: „Pott up Füer“. Demnächst feiert das Senioren-Essen der besonderen Art sein 50. Mal.

Ein Netzwerk schaffen und erhalten steht im Vordergrund des Projekts, bei dem ein ehrenamtliches Team der „Arche“ eine warme Mahlzeit samt Nachtisch zaubert. Währenddessen richten die fleißigen Helferinnen schon den Gemeinderaum her. Dann kommen auch schon die ersten. Darunter auch Annemarie Pramschüfer. „Ich lade Freunde und Verwandte immer dann ein, wenn ,Pott up Füer‘ ist. Dann habe ich nicht die Arbeit mit dem Kochen“, sagt die 76-Jährige. Solche Gäste sind zugelassen. „Andere Anfragen aus umliegenden Dörfern müssen wir aber leider absagen. Sonst werden wir überrannt“, erklärt Gisela Wehmann.

Beim Essen werden Gespräche geführt

Vor, während und nach dem Essen werden Gespräche kreuz geführt. Erlebnisse werden erzählt, Sorgen geteilt, Verstorbene betrauert und Verabredungen getroffen. Wenn möglich, wird dabei auch viel gelacht und gescherzt. „Im Altenheim reden die Leute so wenig miteinander. Hier ist es ja richtig laut“, sagt Hannah Wehmann. Die  15-Jährige hilft in ihren Ferien gerne bei dem Projekt aus und hat auch schon den Nachtisch – eine Quarkspeise – beigesteuert.

Wenn die Seniorinnen und Senioren zufrieden und satt heimgehen, müssen die Helferinnen Töpfe und Geschirr reinigen. „Wir beköstigen jedes Mal quasi eine Schulklasse“, sagt Gaby Ross und lacht. Und zwar fast immer dieselbe. „Statt Anmeldungen bekomme ich inzwischen eher Abmeldungen, wenn jemand mal nicht kann“, sagt Erika Mammenga. Die fünf Frauen und ihre Unterstützerinnen überlegen schon, was sie zum 50. „Pott up Füer“ kochen können. Verraten wird das aber noch nicht. Spenden dafür seien herzlich willkommen. Und Geschenke? „Einen Wunsch hätten wir schon“, sind sich die Frauen einig. Dabei geht es um Eis: Gebraucht wird dringend eine Gefriertruhe oder ein Gefrierschrank, energiesparend und möglichst neu. Das im Projekt-Titel benannte Feuer haben die Ehrenamtlichen im doppelten Sinne: unter den Töpfen und in den Herzen.   

Spaß am Kochen (von links): Pastorin Heike Schmid, Gaby Ross, Hannah und Gisela Wehmann und Erika Mammenga. Es fehlt Elke Prell-Steps .

Und dann wurde auch noch der Grill angeworfen - vom Grillmeister Uwe Mammenga persönlich.